Aufträge finden im Handwerk

Die meisten Kunden fragen zuerst Freunde und Bekannte nach einem Handwerksbetrieb. Wer niemanden fragen kann, sucht bei Google, auf Portalen wie MyHammer oder im KI-Chat.

Von Christian Grollmann, Geschäftsführer der Addictive Audio GmbH. Veröffentlicht am 11. August 2026. Stand August 2026.

Je nach Auslastung

Womit fängt ein Betrieb bei der Suche nach Aufträgen an?

Fangen Sie bei Ihrer heutigen Auslastung an, denn ein voller Kalender führt zu anderen Wegen als freie Termine. Die Abschnitte darunter gehen die Wege einzeln durch: die Empfehlung, Google, die Auftragsportale und die KI-Suche. Bei jedem Weg steht, was er kostet und wie lange er bis zur ersten Anfrage braucht. Lesen Sie zuerst den Abschnitt, der zu Ihrer heutigen Lage passt.

Wie finden Handwerksbetriebe Aufträge, die wirklich zu ihnen passen?

Passende Aufträge findet ein Betrieb, der vorher festlegt, was zu ihm passt. Schreiben Sie deshalb zuerst auf, welche Leistungen Sie anbieten, wie weit Sie fahren und wie groß ein Auftrag sein soll. Erst danach entscheiden Sie, über welche Wege Sie suchen.

Ein Betrieb mit freien Terminen braucht schnelle Wege, ein voller Betrieb sucht eher größere oder besser passende Projekte. Bewerten Sie jeden Weg an vier Punkten: Kosten im Monat, Ihre eigene Zeit, die Güte der Anfragen und die gewonnenen Aufträge. Güte heißt dabei schlicht, wie viele der Anfragen überhaupt zu Ihrem Betrieb passen.

Rechnen Sie das zuerst für den Weg durch, den Ihr Betrieb heute schon geht. Sie haben damit einen Maßstab, an dem sich jeder weitere Weg messen lässt.

Ein Weg kostet sofort Geld, und zwar die Anzeige bei Google. Sie bezahlen dort nicht den Auftrag, sondern jeden einzelnen Klick auf Ihre Anzeige. Der Preis je Klick hängt am Gewerk und an der Stadt. Rechnen Sie vor der ersten Anzeige aus, wie viele Klicks Sie für eine Anfrage brauchen und was ein Auftrag Sie damit kostet.

Anzeigen rechnen pro Klick ab

bis 21 €

So viel kostet im Handwerk ein einzelner Google-Anzeigen-Klick, je nach Gewerk und Stadt rund 4 bis 21 Euro. Wohlgemerkt, das heißt nicht, dass daraus auch ein Auftrag entsteht.

Quelle. Google Ads, Stand 11.08.2026

Was die Bitkom-Befragung im Einzelnen ergeben hat

Bitkom hat gefragt, wie Menschen einen Handwerksbetrieb suchen. Die drei häufigsten Antworten waren diese.

  • 83 Prozent der Befragten fragen Freunde und Bekannte nach einer Empfehlung.
  • 26 Prozent der Befragten sehen sich die Websites möglicher Betriebe an.
  • 20 Prozent der Befragten suchen auf Portalen wie MyHammer.

Für Ihren Betrieb heißt das: Die Empfehlung bleibt der wichtigste Weg zu einem Auftrag. Ihre Website entscheidet danach, ob aus dem guten Wort ein Anruf wird.

Die drei Werte stammen aus einer Bitkom-Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren (öffnet in neuem Tab), Stand Anfang 2025. Mehrfachnennungen waren möglich.

Warum prüfen Kunden einen empfohlenen Betrieb noch einmal im Internet?

Kunden prüfen nach, weil eine Empfehlung nur den Namen liefert und keine Einzelheiten. Vor dem Anruf wollen sie sehen, ob der Betrieb zu ihrem Auftrag passt. Erst danach melden sie sich.

Ein Kunde sucht dann nach Ihren Leistungen, Ihrem Gebiet, Bildern von Ihrer Arbeit, den Bewertungen und dem Kontakt. Eine klare Website bestätigt die Empfehlung. Alte Angaben machen ihn dagegen unsicher, obwohl die Empfehlung selbst gut war.

Gehen Sie deshalb Ihre Angaben zu Leistungen, Gebiet und Erreichbarkeit einmal durch und bringen Sie Veraltetes auf den Stand.

  • Ihr Gewerk und Ihr Ort stehen im ersten Satz.

    „Dachdecker in Hamburg und im Umland“ sagt mehr als ein netter Gruß.

  • Jede Leistung steht einzeln da.

    Kunden suchen nach dem Wort Dachrinne. Nach dem Wort Komplettservice sucht niemand.

  • Ihre Nummer lässt sich direkt anwählen.

    Auf dem Handy genügt eine Berührung der Nummer, dann läuft der Anruf.

Was kosten Aufträge über Portale wie MyHammer und Blauarbeit?

Sie zahlen bei einem Auftragsportal wie MyHammer oder Blauarbeit jeden Monat einen Beitrag, dazu eine Gebühr für jeden Kontakt, den Sie freischalten. Freischalten heißt: Sie bezahlen dafür, Name und Nummer eines Interessenten überhaupt zu sehen. Ihre eigene Zeit für Rückfragen und Angebot ist der dritte Posten.

Nicht aus jedem freigeschalteten Kontakt wird ein Auftrag, die Gebühr dafür ist trotzdem weg. Den wahren Preis eines Auftrags sehen Sie deshalb erst über einen längeren Zeitraum.

Zählen Sie alle Beiträge und alle Gebühren eines Quartals zusammen und teilen Sie die Summe durch die Aufträge, die daraus wirklich entstanden sind. Das Ergebnis ist Ihr Preis für einen Auftrag aus diesem Portal. Vergleichen Sie ihn mit dem, was Ihnen ein solcher Auftrag im Schnitt einbringt.

Wann sich ein Portal lohnt und was die Anbieter verlangen

Ein Portal lohnt sich, wenn die gewonnenen Aufträge den Beitrag, die Gebühren und Ihre Zeit zusammen decken. So viel verlangen drei Anbieter für den Zugang zu ihren Anfragen.

  • Die Mitgliedschaft bei MyHammer kostet Anfang 2026 je nach Paket rund 60 bis 149 Euro im Monat. Für jeden freigeschalteten Kontakt kommen rund 8 bis über 70 Euro dazu.
  • Für Check24 Profis berichten Betriebe von 50 bis 120 Euro je Anfrage.
  • Bei Blauarbeit nennen Vergleichsseiten für 2026 Beiträge von 40 bis 150 Euro im Monat.

Setzen Sie für Ihre eigene Rechnung den Beitrag Ihres Pakets an, dazu die Zahl der Kontakte, die Sie in einem Monat wirklich freischalten.

Wie finden Kunden bei Google einen Betrieb in ihrer Nähe?

Potenzielle Kunden geben bei Google die gesuchte Leistung und ihren Ort in das Suchfeld ein, zum Beispiel „Dachdecker Hamburg“. Zurück kommt eine Ergebnisliste: ganz oben die Anzeigen, danach eine Karte mit Betrieben aus der Nähe, darunter die Websites und die Portale.

Ganz oben in der Liste landet meistens die Seite, die genau diese eine Arbeit erklärt. Eine Startseite mit allen Leistungen auf einmal passt zu keiner dieser Suchen richtig. Eine eigene Seite je Leistung trifft sie dagegen genau.

Bis zu 20 Seiten schreiben und bauen wir für Ihren Betrieb, damit Kunden ihn auch ohne den Firmennamen finden: Das gehört zum Paket Ausbau. Prüfen Sie zuerst selbst, ob Ihre wichtigste Leistung eine eigene Seite hat und ob Ihr Ort in deren Überschrift steht.

Welche Rolle spielen ChatGPT und die KI-Antworten bei Google?

ChatGPT und die KI-Antworten bei Google nennen einem Kunden ein paar Betriebe, noch bevor er eine einzige Website öffnet. Eine KI-Antwort ist dabei ein kurzer Text über der Trefferliste, mit den Quellen darunter.

Eine solche Antwort nennt nur wenige Betriebe mit Namen. Was ein Chat über Ihren Betrieb sagt, zieht er aus dem, was offen im Netz über ihn steht.

Leistungen, Orte, Referenzen und Kontakt sollten deshalb überall dasselbe sagen. Stehen Ihre Zeiten an zwei Stellen verschieden da, kann auch die Antwort falsch ausfallen. Ob und wann ein Chat Ihren Betrieb nennt, entscheidet der Anbieter des Dienstes, und niemand kann das zusagen.

Beantworten Sie auf Ihrer Seite die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Genau solche Fragen schreiben sie auch in einen Chat.

Welcher Weg zu neuen Aufträgen passt zu Ihrer Auslastung?

Bei freien Terminen bringen Auftragsportale wie MyHammer und Blauarbeit zusammen mit Anzeigen am schnellsten Anfragen. Empfehlungen und Ihre eigene Website brauchen länger, führen Kunden dafür auf Dauer ohne Gebühr zu Ihnen. Ihre heutige Auslastung entscheidet also, womit Sie anfangen.

Mehrere Wege können zugleich laufen, halten Sie die Ergebnisse je Weg getrennt fest. Welcher davon bei Ihnen zuerst greift, lässt sich von außen nicht sagen. Das hängt am Gewerk, an der Region und daran, wie viele Betriebe dort dasselbe anbieten.

Notieren Sie deshalb bei jedem gewonnenen Auftrag, woher er kam. Nach ein paar Monaten haben Sie Ihre eigene Rangfolge, und die gilt für Ihren Betrieb genauer als jede allgemeine Empfehlung.

Neuer Betrieb ohne Empfehlungen

Portale und Anzeigen bringen die ersten Aufträge. In der Zeit entsteht Ihre Website. Fangen Sie gleich damit an, sonst zahlen Sie länger für jeden einzelnen Kontakt.

Voller Kalender, leerer Herbst

Ihr Platz in den Google-Treffern braucht Vorlauf. Für eine neue Domain, also eine gerade erst angemeldete Internetadresse, gelten bei umkämpften Suchbegriffen drei bis acht Monate als Richtwert. Fangen Sie an, solange der Kalender voll ist.

Notdienst und Eilaufträge

Notdienst-Anfragen kommen fast immer vom Handy und brauchen sofort eine Antwort. Eine eigene Seite für den Notdienst mit Ihrer Nummer ist die erste Baustelle.

Betrieb sucht auch Mitarbeiter

Ihre Website antwortet Kunden und Bewerbern zugleich. Was Bewerber dort lesen wollen, steht unter Mitarbeiter finden im Handwerk.

Die drei bis acht Monate für eine neue Domain stammen aus unserer Marktbeobachtung, Stand August 2026.

FAQ

Häufige Fragen zur Auftragsgewinnung

Drei Fragen kommen immer wieder, und es geht dabei um volle Auslastung, um Google-Anzeigen und um den eigenen Platz in den Treffern.

Lohnt sich eine Website bei voller Auslastung?

Eine Website lohnt sich auch bei voller Auslastung. Ihr Betrieb kann damit passendere Aufträge auswählen, eine Empfehlung bestätigen und Bewerber erreichen. Ein voller Kalender im Sommer sagt außerdem nichts über den Herbst.

Sind Google-Anzeigen sinnvoll?

Google-Anzeigen bringen schnell Anfragen für klar benannte Leistungen und Orte. Sie zahlen dabei jeden Klick, auch den von jemandem, der nie anruft. Vergleichen Sie Ihre Werbekosten deshalb mit der Zahl der passenden Anfragen und mit den Aufträgen, die daraus wurden.

Wie prüfe ich meine Sichtbarkeit selbst?

Sichtbarkeit heißt hier: Ein Kunde findet Ihren Betrieb, ohne Ihren Firmennamen zu kennen. Suchen Sie dafür in einem privaten Browserfenster nach Ihrer wichtigsten Leistung und Ihrem Ort, denn dort färben Ihre früheren Suchen das Ergebnis nicht. Sehen Sie nach, ob Ihre Website in den Treffern steht. Stellen Sie dieselbe Frage danach einem KI-Assistenten wie ChatGPT.

Was findet ein Kunde über Ihren Betrieb?

Bis hierher ging es um Wege, die Ihr Betrieb selbst gehen kann. Unser Angebot dazu ist der kostenlose Website-Check. Er zeigt, wo Kunden Ihren Betrieb heute finden, was sie dort verstehen und wo sie auf dem Weg zum Kontakt verloren gehen.